Shizuto Masunaga Sensei

Meister Masunaga, ein Schüler Namikoshis, entwickelte die Form wesentlich weiter und fand durch langjährige Forschung eine Erweiterung des Meridiansystems, die eine noch genauere Diagnose und Behandlung ermöglichen. Er nannte seinen Stil „Zen-Shiatsu“ bzw „Meridian-Shiatsu“ und legte seinen Fokus im Shiatsu vermehrt auf das Meridiansystem als Ganzes, im Gegensatz zu Namikoshi, der - ähnlich wie in der chinesischen Tuina - eher punktuell betont und bewegend über die Akupunkturpunkte (japanisch „Tsubo“) arbeitete. Die Einführung einer stabilen Druckform und der Verwendung beider Hände gleichzeitig (die eine Hand als Yin-Hand stabilisierend und sedierend/nehmend, die andere Hand als Yang-Hand tonisierend/gebend) ermöglicht den Aufbau eines Energiekreislaufs zwischen Behandler und Klienten, wodurch die Behandlung eine neue Qualität bekommt. Hara-Shiatsu als daraus resultierende Stilrichtung wurde in den 1970ern von Tomas Nelissen, einem der ersten europäischen Schüler Masunagas, begründet. Sie führt weiter, was Masunaga initiiert hat: Stabiler Druck auf die Meridiane, den der Behandler durch Verlagerung seines Körpergewichts aus seinem Hara (=Unterbauch, Körpermitte) heraus aufbaut, und Behandlung mit beiden Händen.