Warum Hara-Shiatsu

Wesensmerkmal von Hara-Shiatsu ist eine neutrale Haltung dem Klienten gegnüber: Man akzeptiert den Menschen, so wie er ist. (Dieses Nichts-Verändern-Wollen hat seinen Ursprung in der japanischen Zen-Tradition.) Deshalb liegt das Hauptaugenmerk bei der Behandlung darauf, den Menschen in seiner Geschichte zu sehen, seinen Zustand zu erkennen und in weiter Folge seine positiven Anlagen, seine Stärken und sein Potential zu unterstützen.


Die Behandlung erfolgt zum größten Teil in Bereichen mit Kyo-Zustand, da hier tiefgehende Berührung zumeist als sehr angenehm empfunden wird und sich durch die Tonisierung im Optimalfall die korrespondierenden Jitsu-Bereiche von selbst entspannen bzw ausgleichen. Auf die oft schmerzhafte und unangenehme Berührung von Jitsu wird also eher verzichtet. Jitsu ist das (schmerzhafte) Symptom, während die Ursache im Kyo zu finden ist. Kyo-Bereiche verlangen geradezu nach Berührung und Aufmerksamkeit, der Klient fühlt sich hier als Mensch in seiner Gesamtheit tief berührt.

Langsamer Druckaufbau aus dem Hara sowie die Vermittlung eines Gefühls von Sicherheit durch Anwendung der Zwei-Hände-Technik im Kyo-Bereich erzeugen eine besonders tiefgehende, nährende und aufbauende Berührungsqualität: Der Behandler arbeitet aus seiner Mitte heraus, und der Klient findet seine Mitte wieder.